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Datum: 14.06.2019, 21:57 Uhr
Diesel-Sperrungen senkten Stickoxide um ein Viertel


Haben sich die Diesel - Sperrungen in Hamburg gelohnt?
Sperrungen reduzierten Stickoxide um etwa ein Viertel!

Vor einem Jahr, am 1.Juni 2018, wurden zwei Straßenzüge in Hamburg für bestimmte Fahrzeuge bis Euronorm 5 gesperrt. Durch die Sperrung sollte dort die Jahresmittelkonzentration von Stickstoffdioxid (NO2) gesenkt werden, möglichst in den Bereich eines gesetzlichen Grenzwertes von 40 µg NO2 / m3 im Jahresdurchschnitt. Am 1. Juni ist jetzt ein Jahr vergangen, um einen ersten Eindruck über Erfolg oder Misserfolg quantifizieren zu können.
Die Auspuffgase von Kraftfahrzeugen enthalten vor allem NO (Stickstoffmonoxid) und nicht so sehr das in Frage stehende NO2 (Stickstoffdioxid). Die genauen Anteile der beiden Stickoxide sind im jeweiligen Fall nicht bekannt, da diese von den Arten der Motoren, den Katalysatoren und Partikelfiltern, den Temperaturen der Außenluft und dem Fahrverhalten abhängen.
Die Jahresmittelwerte von NO2 betrugen im Sperr - Jahr Juni 2018 bis Mai 2019 38 µg NO2 / m3 an der Stresemannstraße und 44 µg NO2 / m3 an der Max Brauer Allee. Sie liegen knapp unter und über dem gesetzlichen Grenzwert von 40 µg NO2 / m3. Die Frage ist nun, was haben die Sperrungen dazu beigetragen, dass die gemessenen Jahresmittelwerte gesenkt wurden und wie unsicher sind diese Werte? Wäre die NO2 - Konzentration sowieso gesunken, da die Abgaswerte der Fahrzeugflotte dauernd verbessert werden?

Alleiniger Effekt der Sperrungen

Um den alleinigen Effekt der Sperrungen isolieren zu können, müssen die allgemeinen Änderungen ohne die Sperrungen berücksichtigt werden. Dies soll mit folgendem Ansatz versucht werden: In Hamburg werden noch an 13 anderen Standorten Spurenstoffe in der Atmosphäre gemessen. In ihrer Umgebung wurden aber keine KFZ - Sperrungen verfügt. Die Messwerte an diesen 13 Messstellen geben also einen allgemeinen Trend der Konzentrationen in der Atmosphäre wieder, der alle Einflussfaktoren enthält, besonders die Änderungen der Fahrzeugflotte und die des Wetters und der Witterung. Es kann angenommen werden, dass diese allgemeinen Änderungen auch an den „gesperrten“ Straßen aufgetreten wären. An den dreizehn Messstellen ohne Sperrungen zeigte sich ein sehr einheitlicher Trend, wie die Konzentrationen abgenommen haben. Vom Mittelwert der 4 Jahre vor dem 1.Juni 2018 erniedrigten sie sich an den 13 Messstellen in Hamburg ziemlich einheitlich um etwa 16 +-7 % für NO und um etwa 8+- 4 % für NO2 im Jahresmittel der Sperrungen. Die Messwerte an den gesperrten Straßenzügen zeigen jedoch, dass dort die Konzentrationen noch zusätzlich gesenkt wurden: um weitere 27 % (Stresemannstraße) bzw. 30% (Max Brauer Allee) beim NO und entsprechend um 15% bzw. 17 % beim NO2. Fasst man NO und NO2 als Stickoxide (NOx) zusammen, so wird die Summe dieser beiden Stickoxide um etwa 23% an der Stresemannstraße und um etwa 24 % an der Max Brauer Allee zusätzlich zu dem vermuteten allgemeinen Trend gesenkt. Es liegt nahe, dass die Sperrungen dafür verantwortlich sind.
Werden in Zukunft andere 12 Monate für die Jahresmittelwerte ausgewählt, so werden sich andere Werte ergeben, da jeder Monatswert anders ausfallen kann. Würden die Sperrungen jetzt aufgehoben, so würde der NO2-Jahresmittelwert in 1.5 m Ansaughöhe im ersten Jahr wohl wieder über den offiziellen Grenzwert von 40 µg NO2/m3 steigen. Die NO2-Werte auf den Ausweichrouten wurden leider nicht gemessen.

Unsicherheiten

Die NO2 - Konzentrationen wurden an Messstellen in Hamburg in Höhen von 1.5 Metern und auch in 4 Metern gemessen, Diese Höhen sind für offiziellen Messungen zulässig. Die NO2 - Messwerte in 4 Meter Höhe liegen im langjährigen Mittel um etwa 10% niedriger als diejenigen in 1.5 Meter Höhe. Außerdem besteht noch eine zusätzliche Unsicherheit: NO2 wird nicht direkt gemessen, sondern aus zwei unterschiedlichen Messverfahren abgeleitet. Die analytische Ungenauigkeit der NO2 - Messungen kann daher bei 15 % liegen. Wird eine räumliche und analytische Unsicherheit von zusammen mit 15% angenommen, so könnte eine Unsicherheitsmarge für die gemessenen Werte angegeben werden. Das hieße, dass der gemessene Jahresmittelwert auch bei 33 µg NO2 /m3 (Stresemannstraße) bzw. bei 37 µg/m3 (Max Brauer Allee) angegeben werden könnte. Der Grenzwert wäre also an beiden Straßenzügen in diesen letzten 12 Monaten unterschritten.
Konzentrationen von NO und NO2 und das Gewicht der Grobpartikel (Messstation Stresemannstraße) haben mit der Zeit abgenommen,, nur Ozon (Messstation Sternschanze) nahm zu Die Zunahme von Ozon könnte darauf zurückgeführt werden, dass mit der Zeit weniger NO in der Luft vorhanden ist und deshalb weniger NO mit Ozon zu NO2 reagieren kann und dadurch mehr Ozon in der Luft verbleibt. Wird durch die Sperrungen eine NO2 - Belastung durch eine Ozon - Belastung ausgetauscht?
Das Gewicht des Grobstaubes (Durchmesser kleiner als 10 µm) ist in Hamburg mit 20,7 +- 1.5 µg /m3 räumlich ziemlich konstant. Vom 4 –jährigen Mittelwert vor Juni 2018 zu dem letztjährigen Mittelwert hat das Gewicht in Hamburg generell um etwa 10% zugenommen. An den beiden gesperrten Straßenzügen blieb das Partikelgewicht vor und nach der Sperrung etwa gleich. Es wird durch diese Fahrzeugsperrungen nicht reduziert. Das Gewicht dieser Partikel ist nur ein sehr grobes Maß für potenzielle gesundheitliche Beeinträchtigungen. Die kurz- und langfristigen gesetzlichen Grenzwerte für das Gewicht dieser Partikel wurden zu allen Zeiten und an allen Mess - Orten in Hamburg nicht überschritten.

In der Öffentlichkeit wurde oft ein ursächlicher Zusammenhang von NO2 in der Atemluft und Todesfällen sehr pointiert hergestellt. Das Umweltzentrum München erläutert zu seiner vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebenen epidemiologischen Studie bemerkenswert selbstkritisch in einer Pressemitteilung vom 20. 3. 2018:
„Ein Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang wird die Epidemiologie nicht liefern können, denn es handelt sich nicht um ein kontrolliertes Experiment. ….... Zudem fehlen diagnostische Möglichkeiten, den Tod von Menschen direkt dem Reizgas zuzuordnen. ... ….Bis dahin bleibt die Epidemiologie das beste Werkzeug, was wir haben, um die Auswirkungen von NO2 zu beschreiben.“
Wie kann dieses Werkzeug verbessert und wie können neue Werkzeuge gefunden werden?
Zu Recht gilt das generelle, aber unkonkrete Motto: reine Luft – gesunde Lunge!

Die Auswertungen beruhen auf den zeitnah im Internet veröffentlichten Messwerten des Instituts für Hygiene und Umwelt der Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz.Dem Institut sei Dank !

Autor : Prof. Dr. Gode Gravenhorst leitete das Institut für Bioklimatologie der Georg - August - Universität, Göttingen.




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